Katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus
Klausenerplatz 12/13
14059 Berlin-Charlottenburg
 
 
Die katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus
 
Die katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus

 

Liebe Gäste,

liebe Gemeinde von St. Kamillus!

Pfingsten als das Fest, das uns den Heiligen Geist besonders vor Augen stellt, ist also ein Fest mit hoher Aktualität. Pfingsten erinnert uns daran, dass Gottes Geist in der Welt wirkt, und zwar im Leben jedes Menschen, auch in unserem eigenen Leben und im Leben der Menschen, die uns begegnen.

Das Wichtigste im Christentum ist die Liebe. Da sind wir uns schnell wohl alle einig. Aber was ist Liebe? Kann man sie beschreiben? Da wird's schon schwieriger. Vielleicht muss man's ja auch gar nicht. Weil doch alle wissen, was Liebe ist, sogar ohne Worte darüber zu machen. Und da hören wir aus dem Mund Jesu: Wer liebt, wird meine Gebote halten (vgl. Joh 14,15) – und: Wer liebt, hält mein Wort (vgl. Joh 14,23). - Liebe und Gebote - das passt für uns ja überhaupt nicht zusammen! Liebe - das ist doch ein großes Gefühl! Gebote halten, das ist Pflicht, Anstrengung, mitunter recht lästig!

Jesus bringt beides zusammen. "Er sagt an anderer Stelle: Das wichtigste Gebot ist die Liebe: Gottes- und Nächstenliebe (vgl. Mt 28,34-40). Er hat das mit ganz vielen Beispielen ausgelegt und vor allem vorgelebt.

lch möchte Sie heute zum kommenden Pfingstfest nur an eines seiner Worte erinnern, das im Zentrum der Bergpredigt steht, die sogenannte ,,goldene Regel": Alles, was ihr wollt, dass euch die "'Menschen tun, das tut auch ihnen" (Mt 7,12).

Da reicht es nicht, das Böse nicht zu tun und sich damit für gerecht und anständig zu halten, sondern da bin ich aktiv herausgefordert. Ich möchte dies mit einigen wenigen Beispielen mit lhnen gemeinsam betrachten. Was erwarte ich von anderen?

Respekt - also lautet die Frage: Wie respektvoll begegne ich meinen Mitmenschen? Wie rede ich mit ihnen, wie über sie? Wie gehe ich mit dem Fremden um, wie mit Menschen, die so ganz andere Einstellungen haben als ich?

Wie mit den jungen Menschen, die mir so fremd geworden sind?

Ich erwarte Höflichkeit. Dann fange ich damit an!

Ich begrüße die Mitreisenden im Zugabteil. Sie schauen befremdet auf, reagieren nicht einmal. Und doch tue ich es beim nächsten Mal wieder. Ich lasse mir doch nicht nehmen, was mir wichtig ist!

Ich erwarte Rücksichtnahme! Da tut sich ein weites Feld auf: Eigentlich habe ich es eilig, aber ich drängele mich nicht vor. Es haben sich schon so viele geäußert.

lst mein Beitrag wirklich noch so wichtig, oder dient er nur meiner Eitelkeit?

lch erwarte Ehrlichkeit. Wie wohltuend ist es, wenn mir einer unter vier Augen, und in aller Ruhe ehrlich etwas sagt und ich daraus eine Menge für mich lernen kann. Bin ich bereit, diese Erfahrung auch anderen zu schenken?

Ich erwarte Offenheit. Wie vorbildhaft sind hier oft Kinder in ihrer einfachen Herzlichkeit ohne jeden Hintergedanken! Selig, die reinen Herzens sind, sagt Jesus (Mt 5,8).

Was hindert mich, diese Offenheit selbst zu leben und zu verschenken?

Wir bitten zum Pfingstfest um die Ga-ben des Geistes - da kommen noch eine Menge Haltungen und Einstellungen hinzu, im Sinne Jesu: ,,Alles, was ihr von anderen erwartet ..."

Komm, Heiliger Geist und stärke uns!

Ihr Pater Krystian Respondek /Pfarradministrator/

 
Ihr Pater Krystian Respondek /Pfarradministrator/
 
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