Katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus
Klausenerplatz 12/13
14059 Berlin-Charlottenburg
 
 
Die katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus
 
Die katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus

 

Liebe Gäste,

liebe Gemeinde von St. Kamillus!

mit dem Allerheiligenfest am 1. November ehren wir alle Heiligen. Dazu gehören auch die, die nicht im Kalender stehen und vielfach unbekannt geblieben sind. Kirchlicher Sinn des Hochfestes ist es, dass wir uns einmal bewusst aus unserem täglichen Dasein dem Himmel zuwenden. Die Kirche bringt sich an diesem Tag zum Ausdruck als Gemeinschaft derer, die zu Gott gehören, sei es in der Vergan-genheit, im Heute oder in der Zukunft.

„Wir sind alle berufen, heilig zu sein.“ Im Mai 2018 veröffentlichte Papst Franziskus ein Dokument mit dem Titel „Gaudete et Exsultate - Über den Ruf zur Heiligkeit in der Welt von heute.“ Darin macht er deutlich, dass Jesus erwartet, dass wir alle heilig sind; er möchte mehr von uns, als dass wir uns nur mit einer mittelmäßigen, lauen, flüchtigen Existenz zufriedengeben. Papst Franziskus holt die Heiligkeit in den Alltag hinein: „Es gefällt mir, die Heiligkeit im geduldigen Volk Gottes zu sehen: in den Eltern, die ihre Kinder mit so viel Liebe erziehen, in den Männern und Frauen, die arbeiten, um das tägliche Brot nach Hause zu bringen, in den Kranken, in den älteren Ordensfrauen, die weiter lächeln. In dieser Beständigkeit eines tagtäglichen Voranschreitens sehe ich die Heiligkeit der streitenden Kirche. Ort ist die Heiligkeit ‚von nebenan‘ derer, die in unserer Nähe wohnen und die ein Widerschein der Gegenwart Gottes sind, oder, um es anders auszudrücken, die ‚Mittelschicht der Heiligkeit‘.“

Papst Franziskus möchte daran erinnern, dass der Herr an jeden von uns den Ruf der Heiligkeit richtet. Jeder Gläubige soll seinen eigenen Weg erkennen. Er soll sein Bestes erkennen und zum Vorschein bringen, das Gott in ihn hineingelegt hat, und sich nicht damit verausgaben, etwas nachzuahmen, das nicht für ihn gedacht ist. Es gibt viele existentielle Weisen der Zeugenschaft. Jeder kann an seinem Platz in der Liebe leben und im täglichen Tun sein persönliches Zeugnis ablegen.

Schon im 16. Jahrhundert hat der Hl. Franz von Sales ähnlich gedacht. Sein Leitspruch lautete: Blühe da, wo du gepflanzt bist. Ein anderes Wort von ihm: Die gewöhnlichen Dinge außergewöhnlich gut machen. Ordensleute beten mehrere Stunden am Tag, für Eltern reicht es vielleicht nur zu einem Stoßgebet. Aber jede und jeder kann heilig werden, wenn wir die Liebe im Alltag leben.

Sicher, das ist nicht immer einfach. Hektik, Ängste, Groll, Überforderung, falsche Ideale können unser Streben verdunkeln. Vielleicht können an dieser Stelle aber die „Heiligen von nebenan“ oder die Heiliggesprochenen eine Hilfe sein; vielleicht gibt uns der Blick auf sie neue Kraft und Orientierung. So ist der Allerheiligentag eine Ermutigung, unseren Weg als Christinnen und Christen weiterzugehen und die Spuren des Himmels im Kleinen und Alltäglichen zu suchen.

An Allerheiligen/Allerseelen denken wir auch besonders an die Verstorbenen, die wir persönlich gekannt haben und von denen wir glauben, dass sie ihr Leben in Gott vollendet haben. Durch ihr Beispiel und Zeugnis haben sie uns Glauben, Hoffen und Lieben gelehrt. Es sind gar nicht wenige, von denen wir hier auf Erden überzeugt sind, dass sie nun bei Gott im Himmel sind. Vielleicht werden eines Tages andere auch uns „heilig“ nennen. Letztlich ist es Gott, der unsere Heiligkeit will und darüber das Urteil fällen wird. Mit der Offenbarung des Johannes lässt sich aber schon einmal sagen „Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein“ (Offb. 7,12).

Wir laden Sie herzlich ein, am 3. November die Gräber Ihrer lieben Verstorbenen segnen zu lassen und in der „Gemeinschaft der Heiligen“ die Gottesdienste in unserer Gemeinde mitzufeiern.

 

Ihr Pater Krystian Respondek

/Pfarradministrator/

 
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