Katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus
Klausenerplatz 12/13
14059 Berlin-Charlottenburg
 
 
Die katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus
 
Die katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus

 

Liebe Gäste,

liebe Gemeinde von St. Kamillus!

mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, die österliche Bußzeit, und wir sind es, die mit diesen 40 Tagen der Umkehr etwas anfangen sollen.

Das Aschenkreuz bringt uns in Erinnerung, dass die Zeit zu leben - wesentlich zu leben - begrenzt ist. So werden wir in der Fastenzeit auf einen Weg geschickt, auf dem wir erspüren, erproben und auch entscheiden sollen, was für unser Leben von Bedeutung ist.

Wenn diese Zeit nicht nur der angestrengten Selbstoptimierung dienen soll, muss uns etwas von innen her zur Veränderung motivieren. Das Evangelium vom Aschermittwoch nennt drei Stichworte für einen neuen Weg: Beten, fasten und teilen. Diese drei regen an, zu testen, ob wir genug Kraft und Mut für eine Veränderung haben, und wollen uns auf das Wesentliche und tatsächlich Notwendige ausrichten.

Als erstes – fasten: fasten im Essen und Trinken, auch in unseren Aktivitäten, Gedanken und Worten. Wir entdecken unsere Widerstandskräfte in Leib und Seele und merken dabei, dass in uns Stärken verborgen sind, die wir in der Routine des Alltags haben brachliegen lassen. Diese Kräfte, die wir selbst entwickeln und trainieren können, bringen uns auf den Weg zum Osterfest, denn am Zielpunkt der österlichen Bußzeit steht das Taufversprechen der Osternacht „Ich glaube – ich widersage.“

Der zweite Impuls: beten. Beim Beten, im ganz persönlichen Gespräch mit Gott, zeigen wir uns, wie wir wirklich sind, breiten unser Leben vor Gott hin. Gott als Adressat unserer Gebete ist ein ganz besonderes, unsichtbares Gegenüber, und wir können manchmal das Gefühl haben, dass Gott sich uns entzieht oder seine Nähe nicht spürbar ist. Aber wenn wir ihn von ganzem Herzen suchen, wird er sich von uns finden lassen und uns antworten.

Als drittes: Almosen geben, wir sagen auch: teilen. Damit lösen wir uns aus der angestrengten Konzentration auf uns selbst und blicken auf andere, die unsere Solidarität und Zuwendung brauchen. Teilen können wir materielle Güter, aber auch Zeit und Aufmerksamkeit. Und täuschen wir uns nicht, es kostet uns auch etwas. Wir müssen etwas von uns geben, dazugeben, damit das Leben aller gemeinsam gelingt.

Der schwedische Politiker und Schriftsteller Dag Hammarskjöld hat in seinem meditativen Tagebuch „Zeichen am Weg“ formuliert: „Wenn ich fortfahren darf, dann fester, einfacher – schweigsamer, wärmer.“ Die wenigsten von uns werden nach der Fastenzeit ein völlig neues Leben anfangen; aber mit unserem Leben wärmer und fester und tiefer fortzufahren, das ist vom Aschermittwoch an die Herausforderung. Ziel unseres Weges ist Ostern, der Preis des Weges dorthin sind wir selbst.

Christus hat durch seine Auferstehung neues Leben uns geschenkt.

Ich wünsche allen ein gesegnetes Osterfest.

Ihr Pater Krystian Respondek /Pfarradministrator/

 
Ihr Pater Krystian Respondek /Pfarradministrator/
 
Seite schliessen