Katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus
Klausenerplatz 12/13
14059 Berlin-Charlottenburg
 
 
Die katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus
 
Die katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus

 

Liebe Gäste,

liebe Gemeinde von St. Kamillus!

in diesen Tagen tauschen wir oft miteinander den Wunsch „ein gutes neues Jahr“ aus. Neu?

Ist der Jahresbeginn – mal abgesehen von den Jahresabschlüssen in der Wirtschaft - wirklich ein Wendepunkt? Ob wir wirklich neu werden und neu anfangen zu leben oder doch die alten bleiben, liegt wohl vor allem an uns selbst.

Überhaupt: Neujahr ist mit mehreren Sinngebungen befrachtet: dem Tag der Namensgebung Jesu, dem Hochfest der Gottesmutter Maria und seit 1968 auch dem Weltfriedenstag der katholischen Kirche. Es ist aber zu vermuten, dass bei den meisten Christen der Jahreswechsel im Vordergrund steht. Und obwohl wir die Zeit immer genauer messen können, ist sie für immer weniger Menschen mit einer Sinn-Ansage verknüpft. Wem die Uhren wofür schlagen, gilt als Privatsache.

Hier können wir als Christen aber Stichworte nennen: neues Jahr, Jesus, Maria, Frieden. Wir Menschen sind der Zeit unterworfen, das bedeutet: entwickeln und vergehen, empfangen und wieder loslassen. Wir sind begrenzt. Von Gott aber ist uns ein Sinn in unsere Zeit hineingegeben. Der Apostel Paulus sagt, dass die Zeit erfüllt war, weil Gott seinen Sohn Jesus in die Welt gesandt hat. Jesus bedeutet: Gott ist Hilfe, Gott ist Heil. Dieser Name wird zum „Lebensprogramm“ des Kindes, seine Geburt wird zum Grunddatum der Erlösung für die Menschheit. Jede Feier eines neuen Jahres bringt uns wieder zu diesem Sinn. Wenn wir einander ein gutes neues Jahr wünschen - dass wir das begonnene Jahr heil und gesund erleben, dass Leben und gute Beziehungen sich entwickeln können -, wissen wir, dass das Heil durch Christus in die Welt gekommen ist.

Aber bis Jesus als erwachsene Persönlichkeit öffentlich auftritt und für das Heil der Menschheit wirkt, braucht es Zeit für seine Entwicklung und auch die Sorge seiner Familie, vor allem seiner Mutter. Sie hat dieser Mutterschaft überlegt zugestimmt (Lk 1,37):“Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du (der Engel) es gesagt hast.“ Was ihr damit alles abverlangt wird, hat Maria zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen können. Sie gibt uns aber etwas für das neue Jahr mit: Im Lukas-Evangelium heißt es (Lk 2,19) „Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach“.

Vielleicht kennen Sie Samuel Koch: 2010 hat er bei der Sendung „Wetten dass“ teilgenommen, ist bei einer waghalsigen Wette schwer verunglückt und seither querschnittsgelähmt. Er hat sich aber wieder ins Leben zurückgekämpft, ist verheiratet und macht durch seine Bücher und Auftritte anderen Mut. In seinem zweiten autobiographischen Buch „Rolle vorwärts“ schreibt er: „Da ich aber überzeugt bin, dass dieses Leben nicht alles ist, muss ich nicht krampfhaft versuchen, es möglichst vollzupacken oder zu verlängern. Und es hängt auch nicht mehr so viel davon ab, immer und überall die optimale, ökonomischste und erfolgversprechendste Entscheidung zu treffen. Wenn man konsequent davon ausgeht, dass das Beste erst noch kommt, relativiert sich nicht nur vieles Unschöne, sondern die gesamte Perspektive auf das Leben verändert sich.“ Mit diesen Worten bestätigt er, was Paulus den Christen in Thessalonich schreibt: „Der Herr des Friedens aber schenke euch den Frieden zu jeder Zeit und auf jede Weise (2 Thess 3,16)“.

Diesen Frieden, Vertrauen in die Zukunft von Gott her und deswegen ein gutes neues Jahr wünsche ich uns allen!

 

Ihr Pater Krystian Respondek

/Pfarradministrator/

 
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