Katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus
Klausenerplatz 12/13
14059 Berlin-Charlottenburg
 
 
Die katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus
 
Die katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus

 

Liebe Gäste,

liebe Gemeinde von St. Kamillus!

Das Petrusblatt Nr. 47, die katholische Kirchenzeitung des Bistums Berlin, hat am 22. November 1987 berichtet:

Kamillianer bleiben in Berlin

Nachdem bereits die Berliner Ordensgemeinschaften der Augustiner und Redemptoristen ihre "gesamte Mannschaft", das heißt, ihre Patres und Brüder, die in unserer Stadt wirkten, ausgewechselt haben, sind nun die Kamillianer am ersten Adventssonntag daran, ihre Patres der deutschen Provinz - mit Sitz in Essen - aus Berlin zurückzuziehen. Was steckt dahinter? Wie geht es weiter mit den Kamillianern in unserer Stadt? Was wird aus der Pfarrgemeinde St Kamillus in Charlottenburg?

Der Orden der Kamillianer, 1582 vom heiligen Kamillus von Lellis gegründet, wurde 1914 durch Bernhard Lichtenberg, damals noch Pfarrer an der Charlottenbuger Herz-Jesu-Pfarrei, nach Berlin gerufen. Die Krankenseelsorge war immer ein Schwerpunkt dieser Ordensgemeinschaft. Hier in Berlin hatten die Kamillianer eine Pfarrgemeinde aufgebaut und leiten sie bis heute. Am Friedrich-Karl-Platz, heute:

Klausenerplatz, wurde 1931/32 die heutige Kirche mit dem Seniorenheim gebaut.

Die Kamillianer waren von Anfang an sowohl Seelsorger in der Pfarrgemeinde, als auch Krankenseelsorger an den Charlottenburger Kliniken und Krankenhäusern, sowie im eigenen Seniorenheim, das sie allerdings bereits vor einigen Jahren dem Caritasverband übergaben.

Die deutsche Kamillianerprovinz mit Sitz in Essen/ Ruhrgebiet, reichte einst bis nach Schlesien. Die Patres und. Brüder dieses Ordens waren leicht zu erkennen an dem großen roten Kreuz auf dem schwarzen Ordenshabit.

Nun ziehen sich die Patres der deutschen Kamillianerprovinz aus Berlin zurück. Der Mangel an Nachwuchs hat den Orden zu diesem Schritt bewogen. Die deutsche Provinz umfaßt zur Zeit etwa 50 Mitglieder, darunter ein Novize. Die polnische dagegen hat zwischen 70 und 80 Patres und Brüder. Nachwuchs gibt es genügend.

Bereits seit vielen Jahren gab es Überlegungen im Generalrat der Kamillianer in Rom und zwischen den beiden Provinzen Deutschland und Polen, die Berliner Niederlassung neu zu strukturieren.

Im Oktober 1984 kam Pater Krystian Respondek und übernahm als erster polnischer Kamillianer-Pater die Seelsorge am St. Hildegard-Krankenhaus, sowie später auch an der Universitäts-Kinderklinik und der Schloßpark-Klinik. Pater Respondek, der aus Zabrze (früher: Hindenburg) in Oberschlesien stammt und jetzt 35 Jahre alt ist, wird künftig als Kuratus die St. Kamillus-Gemeinde leiten. Studiert hat er in Österreich. 1974 trat er in den Kamillianer-Orden ein.

Wenn am 1. Adventssonntag um 10.30 Uhr Dompropst Otto Riedel die letzten drei deutschen Kamillianerpatres verabschieden wird, dann geht eine Ära zu Ende. Leicht fällt dem bisherigen Kuratus und Superior der Kamillianer in Berlin, Pater Heinrich Sperlbaum OSCam, der Abschied bestimmt nicht. 1967 kam der heute 64jährige Pater erstmals nach Berlin - als Kaplan. Seit 1971 ist er ununterbrochen hier, seit 1977 als Kuratus. Pater Sperlbaum, der aus Essen stammt, kehrt in seine Heimat zurück hinterläßt aber hier in Berlin seine Spuren. Denn die heute rund 2800 Gläubige umfassende Gemeinde am Klausenerplatz ist eine „familiäre Gemeinschaft", sehr engagiert und selbstbewußt.

Pater Hermann Storb OSCam, Krankenseelsorger am Klinikum Westend und „Kaplan" in der Gemeinde, - heute 73 Jahre alt -, und Bruder Bernhard Bäumer OSCam werden mit Pater Sperlbaum Berlin verlassen und innerhalb der Ordens andere Aufgaben übernehmen.

Abschied von den deutschen Patres heißt nun aber nicht, daß die Gemeinde St. Kamillus in Zukunft eine polnische wird. Die deutsche Kamillianerprovinz bleibt Träger und weiter Verhandlungspartner für das Bischöfliche Ordinariat. Lediglich die Seelsorge an Gemeinde und Kranken in Charlottenburg werden junge polnische Patres übernehmen. Neben Pater Respondek, dem Leiter des Teams, sind das Pater Henryk Sosna OSCam (34 Jahre), der drei Jahre lang Kaplan in Tarnowitz (Oberschlesien) war, ehe er nach Deutschland kam, Pater Józef Smolinski (30 Jahre), der in ebenfalls in Österreich studierte und zwei Jahre lang in der Krankenseelsorge dort gearbeitet hat. Bruder Wraclaw Mroz, der als Hauskrankenpfleger in Warschau tätig war und jetzt in St. Kamillus Küster wird.

Sicher, jeder Pfarrerwechsel bringt Schwierigkeiten mit sich. Aber „es kommt darauf an, wie man aufeinander zugeht", meint Pater Respondek. Er will auch kein fertiges Programm über seine Seelsorge vorlegen.

Alle vier polnischen Kamillianer sprechen mittlerweile gut deutsch. Sie bemühen sich, auf die deutschen Gemeindemitglieder ganz unbefangen zu zugehen.“

Aus dieser Zeit sind wir, der Superior Pater Henryk Sosna, Bruder Wroclaw Mróz und ich seit der ersten Stunde dabei. Die vielfältigen teils unvergesslichen Wendungen in all den Jahren haben unsere Freude hier in Berlin zu sein nie getrübt und fühlen uns von der Gemeinde und auch von der Leitung des Erzbistums getragen.

 
Ihr Pater Krystian Respondek /Pfarradministrator/
 
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