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Katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus
 
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Die katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus
 
 

Liebe Gäste,

liebe Gemeinde von St. Kamillus!

Die Sommerferien sind nun vorbei; die Kinder gehen wieder zur Schule, die Berufstätigen zur Arbeit, der Alltag kehrt zurück. Die ersten Wochen nach dem Urlaub sind für viele eine kritische Zeit. Der Übergang vom entspannten Trödeln zu den Verpflichtungen der Arbeit, von der Freizeit in die Verpflichtung ist nicht immer leicht. Manche scheinen am Ende ihres Urlaubs ein schlechtes Gewissen zu haben, dass vieles liegenbleiben musste, und meinem im Übereifer, alles wieder hereinholen zu müssen. Kein Wunder, dass dann der Erfolg des Urlaubs schon Mitte September wieder in Frage gestellt ist. Darum gehören auch die Septemberwochen zu den besonderen seelsorglichen Anliegen; auch wenn Menschen unterschiedlich mit dem Wechsel umgehen, kann man doch ein paar allgemeingültige Hinweise geben.

Fragen Sie sich doch einmal: Was waren die schönsten Momente in meinem Urlaub? Was hat mich entspannt, woran habe ich Freude, welche schönen Momente konnte ich mit anderen teilen? Halten Sie diese Erfahrungen fest, schreiben Sie sich ein paar Dinge auf und lesen Sie sie später noch einmal nach. Vielleicht stellen Sie sich auch ein Urlaubsfoto auf den Schreibtisch, eine Muschel oder etwas anderes Schönes, das Sie an Ihren Urlaub erinnert.

Manche Menschen stürzen sich so heftig in die Arbeit, dass man meinen könnte, ohne sie bräche der Betrieb zusammen oder die Arbeit würde ihnen davonlaufen. Das tut sie nicht, sie wartet, bis sie getan wird. Natürlich wartet ein ganzer Berg auf uns, aber wir tun uns - und anderen - einen schlechten Dienst, wenn wir ihn mit einem Ruck bezwingen wollen. Man muss ihn stattdessen buchstäblich in Millionen Teile zerkleinern und einen Schritt nach dem gehen. Manches wird sogar dadurch am besten gelöst, dass man abwartet und Situationen reifen lässt. Das setzt eine gehörige Portion Gelassenheit und Gottvertrauen voraus. Vertrauen wir darauf, dass Gott uns die Kraft, die wir um 17 Uhr brauchen, nicht schon morgens beim Schuhe-Anziehen gibt, sondern dass sie zur rechten Zeit kommt.

Gottvertrauen kann man einüben; im Gebet und im achtsamen Umgang mit den täglichen Erfahrungen; mit Aufmerksamkeit für all die Erfahrungen, in denen die Kraft und Fähigkeit zur rechten Zeit da waren.

Unser Glauben nimmt uns zwar nicht die Schwierigkeiten des Lebens, aber er ordnet sie anders ein. Sie verlieren an Schärfe, und wir können darauf bauen, dass Gott uns durch sie hindurch zur Seite steht.

Zuweilen gehören Widerstand und Hindernisse zu unserer Weiterentwicklung. Das Boot im See kommt nur vorwärts, wenn das Wasser dem Ruder Widerstand leistet. So ist der Berg, von dem oben die Rede war, nicht nur ein anstrengendes Hindernis, sondern kann auch zu einer Stufe der Reifung werden. Allmählich entdeckt man rückblickend, dass es nicht so wichtig ist, all unsere Wünsche erfüllt zu sehen. Dafür ist Gott nicht da. Er gibt uns die Freiheit, unseren Weg zu gehen, um unsere Persönlichkeit auszureifen und uns begleitend sorgt er dafür, dass wir nicht verloren gehen.

Wenn wir darauf vertrauen können, wird der September-Berg nach dem Urlaub schon viel kleiner. Halten wir Schönes fest, achten wir auf kleine, gelassene, zuversichtliche Schritte und Stärken wir auch einander dabei!

Ihnen allen wünsche ich einen zuversichtlichen Weg in den Alltag!

 
Ihr Pater Krystian Respondek /Pfarradministrator/
 
 
 
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