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Katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus
 
Klausenerplatz 12/13
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Liebe Gäste,

liebe Gemeinde von St. Kamillus!

Zu dem Eröffnungsgottesdienst unseres neuen pastoralen Raums am 30. August 2018 in Herz Jesu haben wir viele positive Rückmeldungen bekommen. Gemeinsam wurde uns bewusst, wie viele Orte kirchlichen Lebens es in unserem pastoralen Raum schon gibt und wie viele Menschen sich täglich engagiert um ihre Nächsten kümmern. Wir waren verbunden durch Christus in unserer Mitte und konnten in der gut gefüllten Kirche schon spüren, wie viel Kraft und Möglichkeiten wir haben, wenn wir diesen Weg gemeinsam weitergehen. Denn auch wenn es schon ein Höhepunkt war: dies war zunächst ein - ermutigender - Anfang. Nun kommt es darauf an, dass wir uns genau überlegen, wie wir diese Entwicklungsphase zu einem pastoralen Raum zu einem geistlichen Prozess machen.

Vielfach stellen wir fest: Viele traditionelle Wege der Verbreitung des Evangeliums greifen nicht mehr. Menschen leben nicht mehr jahrzehntelang am gleichen Ort, fühlen sich nicht mehr einer bestimmten Gemeinde lange verbunden, wachsen nicht mehr in ausschließlich katholisch geprägten Familien auf. Stattdessen leben sie flexibler, unter vielen unterschiedlichen Einflüssen und Erwartungen, haben andere Erwartungen an die Kirche und kommunizieren auch auf vielen Kanälen mit der Welt.

Darauf müssen wir uns einstellen. Kirche ist Gemeinschaft, Communio. Wir müssen darauf achten, dass wir alle einschließen. Dass wir den einen nicht vertraute Traditionen nehmen, aber den anderen auch neue Wege anbieten. Nicht „Das haben wir immer so gemacht“, sondern auch „Denken wir über neue Möglichkeiten nach“ und „Versuchen wir es mal“; oder, wie es unser Erzbischof Dr. Heiner Koch sagt: „Es braucht den Esprit, die Kreativität, die Dynamik, die Phantasie, das Sich-Ergänzen, das Kritisch-Sehen, das Wach-Sein eines ganzen pastoralen Raums.“ Im Haus des Herrn gibt es viele Wohnungen, lesen wir in der Heiligen Schrift, und es gibt viel mehr als die gewohnten Wege, mit dem Herrn zu leben.

Und nicht nur das Leben in der katholischen Volkskirche hat sich geändert. Schon bei den Trauungen und Taufen zeigt sich, dass es in vielen Familien mehrere Konfessionen gibt, dass Taufpaten und Taufzeugen andere Muttersprachen haben, dass künftige Ehepartner anderen oder keiner Religion angehören. Aber jede Trauung, jede Taufe ist eine Gelegenheit, mit anderen ins Gespräch zu kommen. In jedem Kindergarten - wie unserer Kita St. Kamillus - und jedem Krankenhaus kommt es zu Begegnungen mit glaubensfernen Menschen. Gehen wir offen mit ihnen um, kann unser Glauben anziehend für sie sein? Heißen wir „Neue“ an der Kirchentür willkommen, machen wir uns selbst auf den Weg, andere Formen, unseren Glauben zu leben, kennenzulernen? Leben wir unseren Kindern Glauben lebendig vor, begleiten wir die Kinder unserer Gemeinden bei ihrer Erstkommunion und Firmung und stärken sie auf diesem Weg?

Noch einmal unser Erzbischof: „Wir sind als Kirche nicht dazu da, uns in einem Schrebergarten fern der Welt behaglich niederzulassen, sondern wir sind für die Menschen in dieser Welt da. Dass viele um uns herum nichts von Gott und Jesus Christus hören, muss uns eigentlich alle kribbelig machen. Es gilt daher, den gesellschaftlichen Raum, in dem wir leben, wahrzunehmen, und zwar nicht nur jetzt im Prozess, sondern ständig, und dann zu überlegen, wie wir den Menschen in diesem Raum helfen können, zu leben und den Glauben zu finden. Das ist der Inhalt der neuen Pfarrei.“

Wir laden Sie herzlich ein, teilzunehmen an den vielfältigen Angeboten unserer Gemeinde – Besuch der Heiligen Messe am Sonn- und Feiertag, besonders die Teilnahme der Eltern und Kinder am Familiengottesdienst mit anschließender Begegnung im Pfarrsaal, Rosenkranzandachten, jeden Samstag Beichtgelegenheit und die stille Anbetung des Allerheiligsten, aber auch sich aufzumachen in den größeren pastoralen Raum. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Entdeckungen mitteilen und daran mitwirken, die nächsten drei Jahre der Entwicklungsphase zu einem wirklichen geistlichen Prozess werden zu lassen. „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ heißt es in einem Psalm. Christus aber bleibt unser Zentrum.

Mit allen guten Wünschen für unseren gemeinsamen Weg, wie auch für eine gesegnete Adventszeit und Weihnachten

Ihr Pater Krystian Respondek /Pfarradministrator/


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